Sony / Minolta AF System

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Minolta 9000

 

Geschichte

Die Minolta 9000 kam - kurz nach der Minolta 7000 - als erste professionelle Autofokus-Spiegelreflexkamera 1985 auf den Markt. Obwohl ich als 16jähriger zunächst mit der Canon F1n und dem hochwertigen Canon-Objektivsortiment geliebäugelt hatte, war mir nach der Durchsicht der ersten 9000er-Prospekte sofort klar, dass da etwas Neues begonnen hatte. Einige Monate später - das Geld für die neue Ausrüstung wollte zuerst verdient sein - kaufte ich mir die Minolta 9000, nicht ohne zuvor das Canon-Pendant (die EOS 620) getestet und für "unausgereift" befunden zu haben. Von AF-Nikons war zu jener Zeit noch nicht viel zu hören.

Autofokus

Der Autofokus der Minolta 9000 ist nach heutigen Masstäben sehr langsam, aber relativ treffsicher. Er braucht allerdings relativ viel Licht. Der AF wird über einen Schalter links unten am Bajonett ein- und ausgeschaltet. Durch Antippen des Auslösers wird der AF kontinuierlich aktiviert (AF-C), durch halbstufiges Eindrücken hingegen arretiert (AF-S). Diese Lösung fühlt sich heute noch sehr praxisorientiert an; der Wechsel zwischen AF-C und AF-S geht sehr schnell und intuitiv vonstatten.

Belichtungsmessung

Die Minolta 9000 hat sowohl eine Integral- als auch eine Spot-Messung (2.7%); für die Blitz-TTL-Messung steht allerdings nur die Integralmessung zur Verfügung. Die Integralmessung arbeitet in einem Bereich von Lichtwert 1 ... 20 zuverlässig. Ein eingebauter Okularverschluss gewährleistet, dass gegebenenfalls vagabundierendes Streulicht von der im Kameraboden eingebauten Silizium-Diode ferngehalten wird.

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Belichtungssteuerung

Die Belichtungssteuerung kann über vier Modi erfolgen: Manuell (M), Blendenvorwahl (A), Zeitvorwahl (S), und Programmautomatik (P). Die Programmautomatik hat - ebenfall eine Weltpremiere - eine brennweitenabhängige Steuerung der Zeit-/Blendenpaare (z. B. Weitwinkel Bl. 4 und 1/30s, Normal Bl. 2.4 und 1/90s, Tele Bl. 1.4 und 1/250s). Ein Programmshift erlaubt ein schnelles Eingreifen in die von der Programmautomatik vorgeschlagenen Werte, falls man dies wünscht.

Sucher

Der Sucher und das Gehäuseoberteil sind wohl der am wenigsten professionell konstruierte Teil der Minolta 9000. Während sowohl das Canon- (Canon F1n) als auch das Nikon-Pendant (Nikon F3) einen Vollmetall-Wechselsucher hatten, begnügte sich die Minolta mit einem fest eingebauten Pentaprisma, das mit einem wenig robusten Gehäuseoberteil aus bruchanfälligem Polycarbonat "geschützt" war. Obwohl die 9000 generell eine sehr langlebige Kamera ist, hatten mehrere meiner 9000er bereits nach wenigen Jahren Haarrisse im Oberteil, z. B. an den vorderen Kanten des Prismas oder bei den Schrauben-Löchern. Zudem ist das Glas der Sucherabdeckung nur mit einem schwachen Kontaktkleber befestigt; die Scheibe wird leicht in das Prisma hineingeschoben, wenn man sie irrtümlich leicht nach innen drückt. Abnehmen des Gehäuseoberteils und Befestigen des Glases mit wenig Zweikomponentenkleber löst das Problem dauerhaft. Last - but not least - läuft das LCD-Display auf der Oberseite leicht aus. Praktisch alle auf dem Gebrauchtmarkt angebotenen 9000er haben dieses Manko.

Die Mattscheiben hingegen waren "State of the Art": Hell, klar, kontrastreich - besser als die Konkurrenz. Nebst der Standard-Scheibe "G" war eine Gittermattscheibe "L", eine Mattscheibe mit skaliertem Achsenkreuz "S", eine Klarscheibe "C" und eine Mattscheibe mit Schnittbildindikator - die heute heiss begehrte "PM" - im Angebot.

Objektivsystem

Als im August 1985 die Minolta 9000 eingeführt wurde, waren bereits sieben AF-Festbrennweiten und fünf AF-Zooms verfügbar. Anfang 1986 folgten ein Supertele (4.0/600mm) und ein professionelles Telezoom (4.5-5.6/75-300mm). Bereits im Juli 1987 hatte das System 26 Objektive und zwei APO-Konverter. Unter den neu hinzugekommenen Objektiven befanden sich u. a. ein Fisheye (2.8/16mm), zwei weitere hochlichtstarke Brennweiten (1.4/35mm und 1.4/85mm), ein lichtstarkes Telezoom (2.8/80-200mm APO), das weltweit erste 100mm Macro mit AF bis zum Massstab 1:1, und eines der weltbesten Kleinbild-Objektive überhaupt (2.8/200mm APO).

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Anschlussbuchsen

INFOS FOLGEN (Blitz-Synchronbuchse, Blitzschuh, Rückwand, Filmpartone, Kameraboden, Fernauslöser)!

Blitz-System

INFOS FOLGEN (Control grip, Blitz 4000)!

Motor-Drive

INFOS FOLGEN (Motor drive, Winder, NC-90, BP-90)! Kontaktbelegung Motor-Drive MD-90 siehe www.mi-fo.de/forum/index.php

Digital-Back

Ja, richtig: die Minolta 9000 konnte zur DSLR umgerüstet werden, und dies bereits in den 80er-Jahren. Nichts zeugt wohl mehr vom innovativen Geist, der damals bei Minolta herrschte und der dazu führte, dass die Marke in der Schweiz einen Marktanteil von 40% bei den SLR's hatte. Eine ähnliche Aufbruchstimmung wie damals bei Minolta Schweiz kann man übrigens heute bei Sony spüren. Man darf gespannt sein.

... und noch einige persönliche Anmerkungen

Die Minolta 9000 war meine erste "richtige" Kamera. Jahrelang habe ich mit 9000er-Gehäusen und vier Objektiven (2.8/20mm, 1.4/50mm, 2.8/100mm Macro und 2.8/200mm APO) alle erdenklichen photographischen Aufgaben gelöst. Mehrere Gehäuse haben dabei das Zeitiche gesegnet: Das erste im Ruderboot in der irischen See, als mein Bruder ihr zuviel Salzwasser zumutete, das zweite in den Weiten der finnischen Nordmark, als ich in einem Eiskalten Bach ausrutschte und mit meinem vollen Gewicht auf die Kamera stürzte, die in der Aussentasche meines Trekkingrucksacks verstaut war. Nun, die 9000 funktionierte noch tadellos - aber das Auflagmass war nicht mehr korrekt. Eine weitere überlebte einen heftigen Sturz, als sie bei ca. 30km/h von meinem Mountainbike auf die Asphaltstrasse herunterfiel und hinter mir munter einige Sprünge machte. Auch hier funktionierte die Kamera selbst problemlos weiter, ebenso das darauf montierte MinAF 2.8/20mm.

Die 9000er sind hart im Nehmen. Die mir bekannten Konstruktionsfehler (oder -Schwächen) finden sich unter "Sucher". Die Kamera ist klein, leicht, zuverlässig und robust, und damit immer noch für die Dia-Fotografie auf anstrengenden Trekkings bestens geeignet. Leichten Regen steckt sich problemlos weg, auch wenn sich natürlich danach das sorgfältige Trocknen empfiehlt. Obwohl der Spiegelschlag relativ laut und unangenehm "klackig" ist, kann man die Kamera sehr unauffällig betreiben (Kamera und viele Objektive sind klein; AF abschalten, manueller Filmaufzug => kein Motorgeräusch).

Ausgestattet mit dem Motor-Drive, dem "Control-Grip" und dem 4000er Blitz sowie z. B. dem voll professionellen 4-4.5/28-135mm und allenfalls dem "Program Back Super 90" hatte man eine Kombination, die beeindruckend gute Resultate in der Reportagefotografie brachte. Eine solche Kombination hatte allerdings auch ihren Preis: Ca. CHF / DM 5000.-- musste man schon ausgeben, wenn man das hier genannte System haben wollte. Mittlerweile lassen sich 9000er auf dem Gebrauchtmarkt bereits ab 50-100 CHF erwerben - sicher kein schlechter Preis für eine Kamera, die Geschichte geschrieben hat und darüber hinaus immer noch sehr praxistauglich ist!

Links

www.9000.org

de.wikipedia.org/wiki/Minolta_9000

en.wikipedia.org/wiki/Minolta_9000