Das Minolta MD 3.5/35-70 mm wurde ab 1978 sowohl in Leica- als auch in Minolta-Fassungen produziert. Das optische Design, das - trotz nur marginal geänderter Objektivquerschnitte - im Verlauf der Zeit ganz erheblich verbessert wurde, stammt hingegen von Minolta.

Während die erste MD-II Version von 1978 selbst am 16MP APS-C-Sensor recht mässige Leistungen mit deutlichem Randabfall zeigt, liegt die MD-III-Version ohne Makro-Ring von 1981 absolut auf Festbrennweiten-Niveau. Die untenstehenden Abbildungen zeigen, dass auch die Linsenradien leicht verändert wurden, vermutlich aufgrund der Verwendung von Glassorten mit höherem Brechungsindex. 

Am 24MP Vollformat zeigt die MD-III-Version recht ansprechende Leistungen, auch wenn man nicht an die gleichmässig hervorragende Leistung eines MC 1.8/35 mm herankommt: Bei 35mm Brennweite stören in den Ecken des Vollformates die recht augenfälligen chromatischen Aberrationen (CAs), und die Detailschärfe lässt zu wünschen übrig. Allerdings ist die Optik an der A7 wesentlich besser als das um ein vielfaches teurere Zeiss Biogon ZM 2.8/35mm!

Bei 70mm Brennweite haben wir wenig Probleme mit CAs, und auch die Eckschärfe ist schon bei f3.5 sehr annehmbar. Dafür leidet der Mikrokontrast; durch Abblenden lässt sich allerdings dieses Problem in den Griff bekommen. 

Test @ f=50mm an 16MP APS-C

 

Minolta 35-70mm f35 MD-II Minolta 35-70mm f35 MD-II pic MINOLTA 35-70 mm 1:3.5
(8 Linsen / 7 Glieder)

 

Fassung: MD-II (1978)
Minolta 35-70mm f35 MD-III Minolta 35-70mm f35 MD-III pic MINOLTA 35-70 mm 1:3.5
(8 Linsen / 7 Glieder)

 

  Fassung: MD-III (1981)
MINOLTA 35-70 mm 1:3.5
(8 Linsen / 7 Glieder), 
  Macro Mode

 

Fassung: MD-III (1983)

 

 

Von dem 35-70er gibt es folgende Varianten:

1) MD Zoom Rokkor (-X) 35-70mm 1:3.5 365g (1978): Der berühmt Urahn, der direkt von Leitz adoptiert wurde. Hat keine Macro-Einstellung, dafür aber zwei Frontgewinde: 62mm für Streulichtblende und 55mm für Filter.
2) MD Zoom 35-70mm 1:3.5 355g (1981) Das 'Plain MD'-Update mit leicht verändertem Aufbau und Steck-Streulichtblende.
3) MD Zoom 35-70mm 1:3.5 365g (1983) Letzte 'echte' Minolta-Version, jetzt mit Macro-Funktion.
4) MD Zoom 35-70 1:3.5-4.8 185g (?) Billig-Linse, wahrscheinlich von Cosina hergestellt.

Dennis, www.mi-fo.de

 

Und es sind alle drei Varianten des MD Zoom (Rokkor) 1:3,5/35-70 mm auch als Vario-Elmar erhältlich gewesen, nicht nur die erste.

O1af, www.mi-fo.de

 

Eine kleine Anmerkung zum Ur-Zoom 35-70 mm mit den zwei Gewinden: Ich habe bisher zweimal erfolglos versucht, Streulichtblenden mit 62mm Gewindedurchmesser an dem äusseren, angeblichen 62er-Gewinde dieses Zooms zu verwenden, doch hat keine gepasst. Also habe ich eben eine Sonnenblende am 55er-Gewinde eingeschraubt... Erst als ich dann später mal die Originalblende von Minolta zu dieser Variante des Zooms bekommen hab, war das Ergebnis anders; diese Blende hat dann endlich einwandfrei auf das äussere Gewinde gepasst. Während das innere Gewinde sicher 55mm hat (weil die entsprechenden Filter passen), habe ich so meine Zweifel, ob es aussen wirklich 62mm sind. Oder gab es bei der Zwei-Gewinde-Version des 35-70 mm etwa Probleme mit der Masshaltigkeit des äusseren Gewindes für die Streulichtblende und ist mein Exemplar vielleicht in dieser Hinsicht ein "Ausreisser"? Hat irgendjemand hier aus dem Forum ähnliche (oder andere) Erfahrungen damit gemacht?

wn-mf (www.mi-fo.de)

 

Leitz war recht zögerlich, in den Bereich der Zoomkonstruktion einzusteigen. Zwar unterhielt man in Wetzlar eine große Abteilung für Variodesign, doch die Ergebnisse beschränkten sich auf Studien und Prototypen. Die Nachfrage nach Zooms war allerdings hoch, so dass Leitz Produkte von Angénieux und Schneider als Alternativen anbot. Später kooperierte Leitz mit Minolta und nahm das LEICA VARIO-ELMAR-R 1:3,5/35-70 mm ins Sortiment auf, das auf einer Minolta-Rechnung basierte. Die von Minolta übernommenen Optiken zählten zu den besten damals erhältlichen in ihrer Klasse.

opelgt, www.mi-fo.de