| Minolta 135mm 1:2.8 (MC/MD) |
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Das 2.8/135mm ist nach den Standardobjektiven die wohl meistproduzierte Brennweite im Minolta-SR-System. Es existieren zumindest die folgenden optisch unterschiedlichen Varianten, teils mit Untervarianten: 1) Siebenlinser in fünf Gliedern, gebaut zur SR-1 (ab 1958, ca. 530g) 2) Sechslinser in fünf Gliedern (ab 1965, in verschieden grossen und verschwieden schweren Varianten; ca. 420g, 450g, 490g, 520g) 3) Fünflinser in vier Gruppen ("Celtic", ab 1974, mit 610g extrem schwer) 4) Vierlinser in vier Gruppen (ab 1975); dieses 2.8/135mm hat eine dicke und schwere Linse aus Sonderglas; es gilt als das beste und wertigste 2.8/135er bei Minolta 5) Fünflinser in fünf Gruppen (ab 1979, 365g bzw. 385g) Vergleichsbild (4/4)-Linser und (5/5)-Linser 1958 TELE ROKKOR-PG 1:2.8 f=135mm, [7/5], 95mm, 530g ANMERKUNG Stevemark: Ich habe hier drei 2.8/135er - ein sechlinsiges MC-II (514g), ein vierlinsiges MC-X (517g) sowie ein ebenfalls vierlinsiges MD-Ia (513g). Offensichtlich sind die obigen Gewichtsangaben nicht absolut verbindlich - sei es wegen wechselnder Materialien beim Bau der Objektive, oder aus anderen Gründen. "Cum grano salis: einen intakten Vierlinser treibe ich bei Belichtungszeiten oberhalb von 1/500 nur vom Stativ zu seinen Grenzen. Mag sein, daß andere eine ruhigere Hand haben... Ich habe mit einem 5-Linser aber auch schon Aufnahmen gemacht, die ebenfalls auf Spitzenniveau liegen. Also wenn die obige Aufnahme das Maximum dessen darstellt, was dieses spezielle Exemplar leisten kann, dann würde ich es kompostieren. Einwandfreier Ersatz ist für'n Appel und'n Ei zu haben. Die einzige kleine Schwäche, die ich bei dem (4/4) 2.8/135 sehen kann, liegt darin, daß durch die schon etwas längere Brennweite mein Gezitter schon merklich verstärkt wird (im Vergleich zu einer Normalbrennweite z.B.). Mir hilft es schon ungemein, das Stativ zu nehmen und dann mit losem Kugelkopf zu fotographieren. ... Ich hab mehrere Versionen - aber am meisten benutze ich ein (4/4) MC, das von außen schon ziemlich abgegriffen aussieht. Da brauche ich mich nicht mehr auf den pfleglichen Umgang mit dem Objektiv zu kaprizieren. Ich lege es auch bedenkenlos auf einer Steinmauer auf - was soll's, das Sammelexemplar liegt zuhause." ChristophPeterS, www.mi-fo.de "Das 4-linsige 2.8/135mm ist schwierig zu erkennen - es sei denn, man kennt das Gewicht. Siehe dazu Dennis' Liste Manual Minolta Lens Index. Das Gewicht ist ein ziemlich sicheres Unterscheidungskriterium. Ansonsten geht vielleicht noch etwas je nach Qualität des Fotos: Beim 135mm MD Rokkor 1:2,8 ist beim Vierlinser der Bereich um den Blendenring gerade, während er beim Fünflinser sich nach vorne hin verjüngt. Das 135mm MD 1:2,8 ("ohne Rokkor") gab es nur als Fünflinser. Mit dem MC ist's etwas komplizierter (das erspare ich mir erstmal, da Du ja nur nach dem MD gefragt hast...). Wegen der Blendenform des Tele Rokkor 1:2,8/135 mm habe ich jetzt einmal nachgesehen. Ich habe hier vier Exemplare bei der Hand -- eine späte Version des Sechslinsers (mit Gummiwaffelring, ohne Abblendtaste und ohne "-PF"-Beschriftung), einen Vierlinser in MD-Ia-Ausführung, noch einen Vierlinser in MD-II-Ausführung und einen Fünflinser in MD-II-Version. Beide Vierlinser und der Fünflinser haben dieselbe, eckige Blendenform; nur der Sechslinser hat die schöne, MC-typische gerundete Blende. Alle Blenden haben sechs Lamellen. Einen MC-Vierlinser habe ich nicht, zweifle aber nicht im geringsten daran, daß seine Blende genau wie die der MD-Vierlinser aussieht. Frage: "Immer wieder wird berichtet, das MD 2,8/135 mit 4 Linsen wäre viel besser als das MD 2,8/135 mit 5 Linsen." - Antwort: "Soso, das wird also immer wieder berichtet!? Merkwürdig -- einen Bericht, in dem so etwas unsinniges behauptet werde, habe ich mein Lebtag noch nie gelesen. Und ich habe schon einiges speziell zu diesem Thema gelesen ... Und wenn es das tatsächlich irgendwo zu lesen gäbe, dann wäre es falsch." Ein MC oder MD Tele Rokkor 1:2,8/135 mm in gutem Zustand kostet typischerweise so 40 bis 60 Euro. Mit Glück kann man auch schon für 20 - 30 Euro ein schönes kriegen. Seltenere Varianten (wie etwa das frühe MD mit Metallblendenring) können auch bis 80 - 90 Euro hinaufgehen, wenn ein Kenner mitbietet und es haben will. Im Praxistest der Color-Foto von Walter E. Schön anno 1978 wurde das vierlinsige MD Tele Rokkor 1:2,8/135 mm gegen starke Konkurrenz (u. a. von Canon, Nikon und Zeiss) in einem riesigen Testfeld hauchdünn Zweiter hinter dem überragenden Leitz Elmarit-R 1:2,8/135 mm -- sie waren einander in fast jeder Hinsicht ebenbürtig, nur im Kontrast erreichte das Elmarit einen winzigen (praktisch nahezu unbedeutenden) Vorteil. Ich persönlich halte mein vierlinsiges MD Tele Rokkor 1:2,8/135 mm (mit Kunststoff-Blendenring) für eines meiner besten Objektive überhaupt. Bereits bei voller Öffnung ist es sehr scharf und kontrastreich und zeigt nicht die geringste Vignettierung. Ein Vivitar "Serie 1" 1:2,3/135 mm zum Beispiel ist bei Blende 5,6 flauer als das MD bei Blende 2,8! Auch das Bokeh ist sehr angenehm, die Leistung fällt in der Nähe der Nahgrenze nicht merklich ab, und auch die Reflexarmut im Gegenlicht ist bemerkenswert. All dies bedeutet nicht, der Vierlinser müsse zwangsläufig die beste Version sein. Die anderen habe ich nicht getestet; sie könnten ebenso gut sein oder gar besser. Aber der Vierlinser ist die Version, zu der ich aufgrund meiner eigenen Tests (und dem von Walter E. Schön) vollstes Vertrauen habe. O1af (www.mi-fo.de) Der MC/MD Rokkor 2.8 135mm Vierlinser ist auch nach heutigen Maßstäben 1A, aber Zeiss hat hier mit dem 1.8/135mm schon noch mal eine Schippe draufgelegt und IMHO ein Objektiv gebracht, dass derzeit wohl weltweit eine Sonderstellung inne hat. Hans-J. www.mi-fo.de "Die hier so eindeutig vertretene Auffassung, bei den 2,8/135-mm-Objektiven sei der Vierlinser besser als der Fünflinser, beruht auf Mißverständnissen, Gerüchten und "stiller Post" (d. h. einer schreibt vom anderen ab und verfälscht die Aussagen immer ein bißchen weiter). Tatsächlich sind Vier- und Fünflinser auf dem gleichen Niveau, Unterschiede zwischen diesen sind zwar vorhanden, liegen aber im Bereich der (geringen) Serienstreuung und können daher nicht eindeutig dem Konstruktionsprinzip zugeschrieben werden. O1af, www.mi-fo.de der Sechslinser zeichnet sich vor dem Vierlinser dadurch aus, daß seine Blendenöffnung im Bereich von etwa f/4 bis f/5,6 weniger eckig ist ... fast so wie die Zirkular-Blende neuerer AF-Objektive. Anererseits darf man den Vierlinser hinsichtlich seiner Abbildungsleistung nicht unterschätzen -- so nach dem Motto, mit nur vier Linsen kann das ja nix dolles sein. Von wegen!
Kann es sein, daß Du da was verwechselst? Das MC hat exakt die gleiche Blende wie das MD Ia. Oder meinst Du nicht den 4-Linser? Den 6-Linser habe ich als MC I, und der hat wirklich eine schönere Blendenform: Die Blendenlamellen (6 an der Zahl, wie bei den späteren Varianten auch) sind dort nur einfach geschwungen, bei den 4-Linsern sind sie doppelt geschwungen (fällt besonders bei f/4 auf). König ist aber das alte Auto Rokkor PF: Das hat 8 Blendenlamellen, die bei f/4 einen fast perfekten Kreis bilden. Der 7-Linsige Vorgänger hat eine 6-Lamellige Blende, die der der frühen MC-Version sehr ähnlich ist. Ich habe ein MC Tele Rokkor 2.8 135mm (Sechslinser mit Gummi-Waffelring und manueller Abblendttaste), ein MD Tele Rokkor 2.8 135mm (Vierlinser) ... Die beiden Rokkor Objektive sind vom Charakter her so unterschiedlich, dass ich keins davon hergeben mag. ... Die sehr guten Minolta Telezooms MD 75-200mm 1:4.5 und das MD 70-210mm 1:4 sind bei 135mm den Festbrennweitern hinsichtlich Schärfe und Kontrast bestenfalls am Rand minimal unterlegen, in der Bildmitte IMHO mindestens gleichwertig! Alle meine 135mm Objektive erreichen nicht ganz die Schärfe meines MD Rokkor 1:2 85mm oder meines MC Rokkor PG 1.4 50mm, die sind einfach noch einen Tick schärfer. Der Unterschied ist aber selbst bei Großprojektion und direktem Vergleich praktisch unsichtbar. Hans-J., www.mi-fo.de Minolta-Forum: Diskussion um 135mm-Teleobjektive |

