Das Minolta MC 2.8/21 mm ist ein wunderbar gebauter und aufwändig korrigierter Superweitwinkel, der aufgrund seiner Leistungen gerne zusammen mit Schuster's späterem und leicht besserem Zeiss Distagon 2.8/21 mm genannt wird. Das Objektiv ist Teil einer Serie von lichtstarken Konstruktionen mit damals aufsehenerregender Leistung, die 1968 von Minolta vorgstellt wurden. Die Serie, die u. a. das 2.8/16 mm Fisheye, das 2.8/21 mm, das 2.5/28 mm, das 1.8/35 mm, das neu gerechnete (zweite) 1.4/58mm, das 1.7/85 mm und das 4.5/300 mm umfasste, wurde erst durch fünf neuentwickelte Glassorten und den neuen, hauseigenen Grosscomputer möglich. Das Minolta 2.8/21 mm war das erste Retrofokus-Superweitwinkel mit einer derart hohen Lichtstärke. Alle andern Hersteller - darunter die Schwergewichte wie Canon und Zeiss - folgten später mit ähnlichen Konstruktionen.

Das Objektiv hat an 24MP und 36MP-Vollformat-Sensoren in etwa dieselbe Detailauflösung wie das aktuelle Sony Zeiss AL 2.8/16-35mm Zoom.

Test an 24MP Vollformat

Test an 36MP Vollformat

 

MINOLTA 21mm 1:2.8 (12 Linsen / 9 Glieder)

 

Fassung: MC-II (1971)
Minolta 21mm f28 MC-X  Minolta 21mm f28 MC-X pic MINOLTA 21mm 1:2.8 (12 Linsen / 9 Glieder)

 

Fassung: MC-X (1973)

 

 

 

"Das Minolta "MC W.ROKKOR-NL 1:2.8 f=21mm ist eine zwölflinsige Kontruktion, die 1971 als MC II ("Berg und Tal") eingeführt wurde und - optisch unverändert - 1973 zu oben gezeigten MC-X-Variante modifiziert wurde. Anders als seine beiden Vorgänger (das W.Rokkor-PI 4.5/21mm von 1962 und das W.Rokkor-QH 4/21mm von 1963) ist es eine Retrofokus-Konstruktion und kann somit ohne vorgängiges Hochklappen des Spiegels an das Gehäuse angesetzt werden. Das MC 2.8/21mm geniesst einen recht guten Ruf. Es ist zumindest gleichwertig - oder eher etwas besser - als sein Nachfolger, das MD 2.8/20mm. Es hat - meines Wissens als erste Minolta-Optik - "floating elements", d. h. einzelne Linsengruppen bewegen sich während der Scharfeinstellung relativ zueinander (auch das MC 2.8/24mm und das MC 2/28mm haben ein "floating focusing", wie Minolta das damals nannte). Dadurch wird besonders die Abbildungsleistung im Nahbereich optimiert. Durch eine aufwändigere Fassungskonstruktion rotiert bei der Scharfeinstellung zwar die Frontlinse, nicht aber das Filtergewinde. Das Objektiv ist ausserordentlich wertig und robust gebaut, was sich auch in seinem Gewicht von 515g äussert: mehr als das Doppelte seines Nachfolgers (240g), und immer noch wesentlich schwerer als das optisch anders aufgebaute AF 2.8/20mm (285g), das heute noch als Sony 2.8/20mm im Angebot ist."

"Das MC W.Rokkor-NL 1:2,8/21 mm gehört ohne Zweifel zu den besten Optiken im Minolta-SR-System. Es hat 12 Linsen in 9 Gruppen, davon ist eine Gruppe sogar dreilinsig (was sehr aufwendig in der Fertigung ist). Außerdem war es das erste Minolta-Objektiv mit Floating Focusing, welches die typische Maßstabsabhängigkeit derartiger Retrofokuskonstruktionen ad acta legte. Das heißt, es entfaltet über den gesamten Einstellbereich eine gleichmäßig hohe Leistung mit geringer Bildfeldwölbung. Das spätere MD W.Rokkor 1:2,8/20 mm ist auch gut. Es erreicht aber zugunsten einer erheblich kompakteren Konstruktion nicht mehr ganz das exorbitante Leistungsniveau des alten 21ers. Leute, die sich auskennen, haben dem MC 21 mm seinerzeit bescheinigt, dem Leitz Elmarit-R 19 mm jener Tage absolut ebenbürtig zu sein - das habe ich selber aber nicht verifiziert."

"MC W.Rokkor-NL 21 mm versus MD W.Rokkor 20 mm: So gut das Minolta MD 2.8/20 mm auch ist, halte ich das MC W. Rokkor-NL 2.8/21 mm für das (geringfügig) bessere Objektiv. Beim MD 2,8/20 mm hatte Minolta es mit der Miniturisierung übertrieben und war um der Kompaktheit willen allzu viele Kompromisse eingegangen. Nicht umsonst ist das Minolta AF 2,8/20 mm wieder ein Stückchen größer ausgefallen. Wer sich an der Größe und dem Gewicht sowie dem 72-mm-Filtergewinde nicht stört, ist mit dem MC 2,8/21 mm (geringfügig) besser bedient als mit dem MD 2,8/20 mm ... wenn auch das 20er alles andere als schlecht ist. Das MC 2.8/21 mm vignettiert und verzeichnet etwas weniger und ist mindestens ebenso scharf. Und sein Filtergewinde ist zwar groß, doch dafür rotiert es nicht beim Fokussieren. Floating Focusing haben beide, die Nahgrenze von 25 cm ist auch gleich. Wem die Kompaktheit und das 55er Filtergewinde des MD 20ers weniger wichtig sind, der sollte das MC 21 mm bevorzugen."

O1af (www.mi-fo.de)

 

"Es gibt eine Gegenlichtblende dazu - aber die ist selten und gesucht; entschieden schwerer zu finden als das Objektiv selbst. Und es ist eine kegelförmige Blende - es gibt also nicht die Notwendigkeit etwas auszurichten. Ich hab in jedem Fall keine passende GeLi dazu. Trotzdem bin ich nicht traurig - dazu ist die Freude an der Linse einfach zu gross :-) - sie gehört in mein Standardpack. Und das bei heftiger Konkurrenz."

ChristophPeterS (www.mi-fo.de)

 

"Hat jemand schom mal das MC 21mm mit dem MD Rokkor 20mm verglichen? Ich hab das 21mm aber nicht das 20mm kann somit nicht direkt vergleichen, bin aber mit dem MC W.Rokkor 21mm *sehr, sehr* zufrieden."

Hans-J. (www.mi-fo.de)

 

"Ich habe den Vergleich mit dem MD nicht, aber über das MC kann ich (abgesehen davon, dass es einfach ein Trumm ist) eigentlich nur Gutes sagen: knackscharf, praktisch ohne Verzeichnung und schöner Kontrast."

MichaelJ (www.mi-fo.de)

 

"Ich habe mein MD 2.8/20mm verkauft, nachdem ich ein MC 2.8/21mm in einem Top-Zustand bekommen konnte. Nach meiner subjektiven Einschätzung ist das MC 2.8/21mm einen Tick besser als das 20er. Außerdem mag ich einfach die Haptik und Verarbeitung der späten MC Objektive."

opelgt, (www.mi-fo.de)

 

"Beide Brennweiten sind mit den Rokkoren MC/MD Rokkor 2.8 24mm und MC Rokkor 2.8 21mm sehr gut abgedeckt, ich sehe mein 24iger in der Schärfe noch etwas vor meinem 21mm. Aber moderne Zooms haben hier verdammt gut aufgeholt. Ich selbst arbeite noch mit einem Konica/Minolta 2.8-4 17-35mm, das in der Bildmitte mit den Rokkor Festbrennweiten mühelos mithält, zum Rand hin aber schon zu CAs neigt. (Wenigstens hab ich ein frühes aus Japan-Produktion das wenigstens einwandfrei zentriert ist). Wenn man sich die Mühe macht, diese CAs aus den RAWs rauszurechnen würde ich sogar diese Consumer-Linse nahezu auf eine Ebene mit den Rokkor Festbrennweiten stellen. Ein Zeiss 2.8/24-70mm wie auch ein Zeiss 2.8/16-35mm (das ich auch probieren konnte), ist aber eine andere Liga, auch hier CA Korrektur (z.B. mit DxO) vorrausgesetzt."

Hans-J. (Originalbeitrag)

 

"Ich hatte zu meinen X-Zeiten selbst mal das 21er mit floating elements. ... Es hatte eine phantastische Abbildungsleistung (für mich als Diafotograf sehr wichtig)! Die Fertigungsqalität war auch mechanisch überragend - es ist und bleibt ein Traumobjektiv! War aber recht schwer (nimmt man aber gerne in Kauf ). Ist selbst gebraucht nur schwer zu bekommen!"

Juergen.M, www.mi-fo.de

 

"One of Minolta's finest wide angle lenses, a bit on the heavy side but razor sharp from corner to corner."

"The Minolta MC W. Rokkor 21mm f2.8 was one of the best ultra wide angle lens made by Minolta and was the first to use a complex "floating elements design" (12 lens in 9 groups). It was annunced on the market on 1973 (first version on 1966) it looks as an impressive piece of glass and metal (it has a great solid construction !). It was one of the best wide angle, on 20-21mm range, with very hight optical performance second only to the "Zeiss Distagon 21mm f2.8. A lens that is very difficul to find on the used market as its optical quality that is simply marvelous."

http://digitalrokkor.altervista.org/eos-photos.html

 

"The Minolta Mirror article was a bit of a scam, as they insisted on using one of my shots which was not taken with Minolta, but Pentax - and also insisted I changed my Pentax kit for Minolta. Then after the annual appeared, I had a message from Japan joking about the Pentax shot which their optical team spotted straight away and could tell was not Minolta from the flare patch - they had never made a lens with five diaphragm blades and knew exactly which Pentax lens I had used. They were quite laid back about it, sort of 'it's the picture which matters and you are using Minolta now'."

David Kilpatrick